Anwendungsgebiete:
Zur symptomatischen Behandlung von Diarrhöen, sofern keine kausale Therapie zur Verfügung steht.
Hinweise:
• Eine langfristige Anwendung bedarf der ärztlichen Verlaufsbeobachtung.
• Die Behandlung von Durchfällen mit Loperamid ist nur symptomatisch. Immer wenn eine zu Grunde liegende Krankheitsursache festgestellt werden kann, sollte, sofern angemessen, eine spezifische Behandlung vorgenommen werden.
Nicht Anwenden bei:
Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden bei:
• bekannter Überempfindlichkeit gegen Loperamidhydrochlorid oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels
• Zuständen, bei denen eine Verlangsamung der Darmtätigkeit wegen möglicher Risiken von Folgeerscheinungen zu vermeiden ist; diese schließen Ileus, Megacolon und toxisches Megacolon ein. Das Arzneimittel muss sofort abgesetzt werden, wenn Obstipation, ein aufgetriebener Leib oder Ileus auftreten.
• Kindern bis 8 Jahren.
Das Arzneimittel sollte primär nicht angewendet werden bei:
• Durchfällen, die mit Fieber und blutigem Stuhl einhergehen (z.B. bei akuter Dysenterie)
• einem akuten Schub einer Colitis ulcerosa
• einer bakteriellen Enterokolitis, die durch invasive Mikroorganismen (z.B. Salmonellen, Shigellen und Campylobacter) hervorgerufen wird
• Durchfällen, die während oder nach der Einnahme von Antibiotika auftreten (pseudomembranöser (Antibiotika-assoziierter) Colitis).
Bei AIDS-Patienten, die zur Durchfallbehandlung Loperamid erhalten, sollte die Therapie bei ersten Anzeichen eines aufgetriebenen Leibes gestoppt werden. Es liegen Einzelberichte über ein toxisches Megacolon bei AIDS-Patienten vor. Diese litten unter einer durch virale und bakterielle Erreger verursachten infektiösen Kolitis und wurden mit Loperamidhydrochlorid behandelt.
Obwohl keine pharmakokinetischen Daten bei Patienten mit beeinträchtigter Leberfunktion vorliegen, sollte Loperamid wegen des verminderten First-pass-Metabolismus bei diesen Patienten vorsichtig angewendet werden. Patienten mit Leberdysfunktion sollten engmaschig auf Anzeichen einer ZNS-Toxizität überwacht werden.
Schwangerschaft und Stillzeit:
Da mit der Anwendung bei Schwangeren keine Erfahrungen vorliegen und der Wirkstoff in geringen Mengen in die Muttermilch übergeht, sollte eine Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht erfolgen.
Anwendung:
1. Erwachsene:
• Bei akuten Durchfällen zu Beginn der Behandlung 4 mg Loperamidhydrochlorid (2 Kapseln) und danach nach jedem ungeformten Stuhl jeweils 2 mg Loperamidhydrochlorid (1 Kapsel).
• Eine tägliche Dosis von 16 mg Loperamidhydrochlorid (8 Kapseln) soll nicht überschritten werden.
• Bei chronischen Durchfällen: 4 mg Loperamidhydrochlorid (2 Kapseln) täglich.
2. Kinder über 8 Jahre:
• Bei akuten Durchfällen zu Beginn der Behandlung und nach jedem ungeformten Stuhl 2 mg Loperamidhydrochlorid (1 Kapsel).
• Eine tägliche Dosis von 8 mg Loperamidhydrochlorid (4 Kapseln) soll nicht überschritten werden.
• Bei chronischen Durchfällen: 2 mg Loperamidhydrochlorid (1 Kapsel) täglich.
3. Ältere Patienten:
Bei älteren Patienten ist keine Dosierungsanpassung notwendig.
4. Beeinträchtigte Nierenfunktion:
Da der Hauptanteil des Wirkstoffs metabolisiert und die Metaboliten bzw. der unveränderte Wirkstoff mit den Fäzes ausgeschieden wird, ist bei Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion keine Dosisanpassung notwendig.
5. Beeinträchtigte Leberfunktion:
Obwohl keine pharmakokinetischen Daten bei Patienten mit beeinträchtigter Leberfunktion zur Verfügung stehen, sollte das Arzneimittel wegen des verminderten Firstpass-Metabolismus bei diesen Patienten mit Vorsicht angewendet werden.
Art und Dauer der Anwendung:
• Die Kapseln unzerkaut mit etwas Flüssigkeit einnehmen.
• Wenn bei akuten Durchfällen 48 Stunden nach Therapiebeginn keine klinische Besserung eingetreten ist, sollte das Arzneimittel abgesetzt werden.
• Das Arzneimittel sollte ohne ärztliche Aufsicht nicht länger als 4 Wochen angewendet werden.
Hinweis:
Bei Diarrhö muss besonders bei Kindern auf Ersatz von Flüssigkeit und Elektrolyten als wichtigste therapeutische Maßnahme geachtet werden.