Anwendungsgebiete:
Subakute bzw. chronische arteriosklerotische und thrombotische Gefäßerkrankungen, Nachbehandlung im Anschluß an Injektionstherapie akuter Zustände.
Nicht Anwenden bei:
Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden bei:
• aktueller oder aus der Anamnese bekannter allergisch bedingter Thrombozytopenie (Typ II) auf Heparin oder Natriumpentosanpolysulfat
• bestehenden Blutungen
• hämorrhagischer Diathese
• hämophilen Zuständen
• blutenden Magen-, Darmgeschwüren
• frischen Hirnblutungen
• Operationen am Gehirn, Rückenmark und an den Augen
• Lumbalanästhesie
• Verdacht auf Tumoren mit Blutungsgefahr
• schweren Leber-, Nieren- und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen
• Endocarditis lenta
• Abortus imminens, habitueller Abortusneigung, Verdacht auf Placenta praevia, Gefahr vorzeitiger Placentalösung
• allgemeiner Arzneimittelüberempfindlichkeit und Überempfindlichkeit gegen die Wirksubstanz.
Schwangerschaft und Stillzeit:
Vorsicht in der Schwangerschaft.
Wirkungen:
Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (1-10%):
Gelegentlich tritt zu Beginn der Behandlung mit Pentosanpolysulfat eine leichte vorübergehende Thrombozytopenie (Typ I) mit Thrombozytenwerten zwischen 100000 und 150000/ml auf (verursacht durch vorübergehende Thrombozytenaktivierung). Komplikationen kommen in diesen Fällen im allgemeinen nicht vor. Die Behandlung kann daher fortgeführt werden.
Seltene unerwünschte Wirkungen (< 1%):
Selten sind allergische Hauterscheinungen beobachtet worden.
Selten kann es zu Blutungen und - wie bei Heparin und bestimmten Erkrankungen - zu reversiblem Haarausfall kommen.
Selten werden antikörpervermittelte schwere Thrombozytopenien (Typ II) mit Thrombozytenwerten deutlich unter 100000/ml oder einem schnellen Abfall auf weniger als 50% des Ausgangswertes beobachtet. Bei nicht Sensibilisierten beginnt der Thrombozytenabfall in der Regel 6-14 Tage nach Behandlungsbeginn, bei Sensibilisierten unter Umständen innerhalb von Stunden. Die schwere Form der Thrombozytopenie kann verbunden sein mit arteriellen und venösen Thrombosen/Thromboembolien, Verbrauchskoagulopathie, Petechien, Purpura und Meläna. Dabei kann die blutgerinnungshemmende Wirkung von Pentosanpolysulfat vermindert sein (Heparintoleranz). In solchen Fällen ist Pentosanpolysulfat sofort abzusetzen.
Der Patient muß darüber informiert werden, daß bei ihm auch in Zukunft kein Natriumpentosanpolysulfat und keine Heparin-haltigen Arzneimittel mehr angewendet werden dürfen.
Unerwünschte Wirkungen, Einzelfälle:
Bei Einnahme großer Mengen von Pentosanpolysulfat traten in Einzelfällen Übelkeit und Erbrechen auf.
Anwendung:
Die Dosierung und Therapiedauer richten sich nach Art, Schweregrad und Stadium der Erkrankung.
• Subakute und chronische Zustände:
In der Regel 3mal 3-4 Dragees täglich - möglichst 1-2 Stunden vor den Mahlzeiten - über mindestens 6-8 Wochen. Da die therapeutischen Effekte durch Wirkungskumulation erst nach einiger Zeit voll zur Entfaltung kommen, ist eine konsequente Fortsetzung der Einnahme über mehrere Wochen erforderlich. Bedarfsweise kann die Wirkung durch eine anfängliche zusätzliche Injektionsserie beschleunigt und verstärkt werden. Eventuell kann nach einigen Wochen die Dosierung auf 2-3mal 3 Dragees reduziert werden.
Art und Dauer der Anwendung:
Die Dragees werden unzerkaut - möglichst zwischen den Mahlzeiten - mit etwas Flüssigkeit eingenommen.
Bei subakuten bzw. chronischen Zuständen erfolgt die Therapie mit Injektionen bis zu mehreren Wochen, mit Dragees mindestens 6-8 Wochen und kann mit Dragees als Langzeittherapie bei eventueller Reduktion der Dosierung bis über ein Jahr und länger durchgeführt werden.