Anwendungsgebiete:
Folsäure-, Vitamin B12- und Eisenmangel, der durch Blutverlust (Magen-, Darm-, Blasenblutungen, Hämorrhoiden, Menstruation, Geburten), in der Schwangerschaft und Stillzeit (für Mutter und Kind), Mangel- und Fehlernährung, chronischen Alkoholabusus, Resorptionsstörungen, Dauerhämodialyse und als Folge einer Therapie mit Antikonvulsiva und oralen Kontrazeptiva entstehen kann.
Der Mangel kann sich äußern in Blutarmut, Polyneuropathie, Megaloblasten-Anämie, neurologischen und psychiatrischen Störungen, Schleimhautveränderungen, funikulärer Spinalerkrankung, Müdigkeit, Blässe, Kribbeln in Händen und Füßen und verminderter körperlicher Belastbarkeit.
Nicht Anwenden bei:
Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden bei:
• Überempfindlichkeit gegen einen der Bestandteile
• Eisenspeicherkrankheiten (Hämochromatosen, Hämosiderosen, chronische Hämolyse)
• Eisenverwertungsstörungen (sideroachrestische Anämien, Bleianämien, Thalassämien)
• Therapie mit Bluttransfusionen
• schweren Lebererkrankungen
• schweren Nierenerkrankungen
• Anämien, die nicht auf einem Eisenmangel beruhen.
Vorsicht ist geboten, wenn es sich um Patienten mit Gastritis, Magen- und Darmgeschwüren handelt.
Bei entzündlichen Darmerkrankungen (z.B. Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) sind vor Anwendung Nutzen und Risiko gegeneinander abzuwägen.
Nicht anwenden bei Megaloblasten-Anämie infolge isolierten Vitamin-B12- Mangels (z.B. infolge Mangels an intrinsic factor) ohne gleichzeitige Vitamin B12-Therapie.
Bei Megaloblasten-Anämie unklarer Genese muß vor Therapiebeginn ein evtl. Vitamin B12-Mangel ausgeschlossen werden.
Wirkungen:
Seltene unerwünschte Wirkungen (< 1%):
In seltenen Fällen können gastrointestinale Störungen wie Diarrhoe, Obstipation, Meteorismus, Sodbrennen oder Vomitus auftreten.
Unerwünschte Wirkungen, Einzelfälle:
In Einzelfällen sind Allergien beobachtet worden.
Bei hohen Dosen kann es wegen des Gehaltes an Folsäure in Einzelfällen zu Schlafstörungen, Erregung und Depression kommen.
Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit:
Nach oraler Einnahme von eisenhaltigen Präparaten kann es zu einer harmlosen Schwarzfärbung des Stuhls kommen.
Anwendung:
Blutungsanämie:
• leichte: 3mal 1 Kapsel täglich; je nach Hb und Serum-Fe 3-4 Wochen.
• mittelschwere: 3mal 1 Kapsel täglich; je nach Hb und Serum-Fe 8-12 Wochen.
• schwere: 3mal 2 Kapseln täglich; je nach Hb und Serum-Fe bis 16 Wochen und länger eventuell zusätzlich Vitamin-B12-Injektionen.
Megaloblastenanämie bei: - Sprue, Pernizosa, Schwangerschaftspernizosa, Wurminfektion:
Initialbehandlung mit hochdosierten Vitamin-B12- und Folsäure-Injektionen; Weiterbehandlung oral mit dem Arzneimittel je nach Schwere wie Blutungsanämie (s.d.) besonders bei Pernizosa, um Umschlag in Hypochromie zu verhindern.
Mangelsyndrome nach:
• Alkoholismus: 3mal 1 Kapsel täglich; bei Trombopenie zusätzlich Injektionen von Folsäure und Vitamin B 12.
• Anacidität, Subacidität, Magen-Darm-Operationen, Zöliakie: 3mal 1-2 Kapseln täglich; bei Trombopenie evtl. zusätzlich Vitamin-B12-Injektionen.
• Laktation: 3mal 1 Kapsel täglich bei versäumter Prophylaxe.
• Menstruation: 3mal 1 Kapsel täglich.
• latenter Eisenmangel, Rekonvaleszenz: 3mal 1 Kapsel täglich.
• Blutspender: 4mal 1 Kapsel täglich über 10 bis 30 Tage.
In der Schwangerschaft:
• zur Prophylaxe von Anämien, Folsäuremangel, Eisenmangel:
3mal 1 Kapsel täglich (2. + 3. Trimester, post partum, Laktationsperiode).
• zur Therapie von Schwangerschaftskomplikationen wie Thrombopenie, Megaloblastose:
3mal 1-2 Kapseln täglich; bei Megaloblastose und Thrombopenie hochdosierte Folsäure- und Vitamin-B12-Injektionen.
Art und Dauer der Anwendung:
Die Kapseln werden nach dem Essen mit etwas Flüssigkeit geschluckt.
Tee, Kaffee, Milch oder Obst- und Gemüsesäfte können die Eisenaufnahme behindern und sind deshalb als Einnahmeflüssigkeit nicht zu empfehlen.
Hinweis:
Eisenpräparate behindern die Resorption gleichzeitig eingenommener Tetrazykline sowie von Penicillamin, deshalb sollten während einer Behandlung mit diesen Arzneimitteln keine Eisenpräparate angewendet werden.
Bestimmte Antazida und Colestyramin vermindern die Aufnahme von Eisen. Dies gilt ebenfalls für starken Tee, Kaffee, Säfte, Milch oder Alkohol.
Zwischen der Einnahme von Eisenpräparaten und der Einnahme von Antazida sollten mehrere Stunden liegen.