Anwendungsgebiete:
• Prophylaxe von Folsäuremangelzuständen, wenn eine ausreichende Folsäurezufuhr mit der Nahrung nicht möglich ist.
• Perikonzeptionelle Folsäuresupplementierung zur Primärprävention von Neuralrohrdefekten, insbesondere der Spina bifida, auch bei vollwertiger Ernährung.
Nicht Anwenden bei:
Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.
Bei Megaloblasten-Anämie infolge isolierten Vitamin-B12-Mangels (z.B. infolge Mangels an Intrinsicfactor) darf das Arzneimittel nur bei gleichzeitiger Vitamin-B12-Therapie angewendet werden.
Bei Megaloblasten-Anämie unklarer Genese muss vor Therapiebeginn ein evtl. Vitamin-B12-Mangel ausgeschlossen werden (Sicherstellung von Serum- und Erythrozytenproben und Bestimmung des Vitamin-B12-Gehaltes).
Schwangerschaft und Stillzeit:
• Aufgrund des stark erhöhten Bedarfs in der Schwangerschaft kann die Folsäureversorgung in der Regel nicht über die normale Nahrung gedeckt werden, weshalb zusätzliche Folsäuregaben erforderlich sein können. In der Frühschwangerschaft kann ein Folsäuremangel ein erhöhtes Risiko von Neuralrohrdefekten zur Folge haben. Da die Versorgung mit Folsäure in der Bevölkerung allgemein häufig unzureichend ist, sollte einem evtl. Folsäuremangel durch die zusätzliche Gabe von Folsäure bereits vor der Konzeption vorgebeugt werden. Diese Empfehlung gilt nicht nur für Frauen, die beabsichtigen schwanger zu werden, auch alle anderen Frauen im gebährfähigen Alter, bei denen eine Schwangerschaft eintreten könnte, sollten auf das Risiko von Mißbildungen beim Neugeborenen im Falle einer Schwangerschaft hingewiesen werden, da es erfahrungsgemäß einen hohen Anteil von Schwangerschaften gibt, die nicht geplant waren.
Bei Frauen, die eine vorausgegangene Schwangerschaft mit gesicherter Mißbildung am Neuralrohr gehabt haben, werden täglich mindestens 4 mg Folsäure präventiv bis hin zu einem Monat nach der Schwangerschaft empfohlen.
• Auch in der Stillzeit sollte aufgrund des erhöhten Bedarfs eine zusätzliche Folsäuregabe erwogen werden, wenn die Versorgung mit der Nahrung nicht gewährleistet werden kann.
Anwendung:
• Prophylaxe von Folsäuremangelzuständen:
0,4 mg Folsäure (1 Tablette) täglich. Auf ärztlichen Rat kann die Dosis auf 0,8 mg Folsäure (2 Tabletten) täglich erhöht werden.
• Primärvention von Neuralrohrdefekten:
Schwanger und Frauen mit Kinderwunsch wird empfohlen, täglich 0,4 mg Folsäure (1 Tablette) einzunehmen. Auf ärztlichen Rat kann die Dosis 0,8 mg Folsäure (2 Tabletten) täglich erhöht werden.
Art und Dauer der Anwendung:
• Die Tabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen.
• Die Anwendungsdauer richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls. Sie ist nicht limitiert.
• Da die Versorgung mit Folsäure über die Nahrung häufig unzureichend ist, sollte zur Sicherstellung eines ausreichenden Folsäure-Körperbestandes zu Beginn der Schwangerschaft idealerweise bereits einen Monat vor der Konzeption mit der Einnahme von Folsäure begonnen werden. Da eine Schwangerschaft häufig aber nicht vorhersehbar ist, wird allen Frauen empfohlen, bei Bedarf Folsäure solange regelmäßig einzunehmen, wie die Möglichkeit, schwanger zu werden, nicht auszuschließen ist.
Hinweis:
Die Langzeitanwendung von Folsäuredosen über 1 mg/Tag ist bislang unzureichend dokumentiert und kann daher ohne gesicherte Indikationsstellung nicht generell empfohlen werden. Aus allgemeinen Vorsichtsgründen sollte während einer Daueranwendung in diesem Dosisbereich wegen der Gefahr irreversibler neurologischer Störungen der Vitamin-B12-Gehalt in regelmäßigen Abständen bestimmt werden.